Funk-Modems
MDP-810
Zentralstation für Zeitschlitz-Funk, Dauerfunk und GSM/LTE Anwendungen
Die MDP-810 dient als Funk-Server und kann – wie der Vorgänger MDP-310.200 – bis zu 64 Funk-Außenstationen vom Typ RTU-810 (E/A-Funkbaugruppe), TRM-810 (serielles Funkmodem), SS20F (Solar-Funkstation) und LIO (lokale E/A-Erweiterungsmodule) bedienen. Zusätzlich zu diesen Zeitschlitz-Funkgeräten können auch die GSM/LTE-Baugruppen SS20G und GMO-81 von der MDP-810 abgefragt werden.
Die Abfrage der Funk-Außenstationen erfolgt je nach Funk-Genehmigung kontinuierlich im Dauerfunk oder zyklisch im Minutentakt, wobei die Unterstationen automatisch abgefragt und die übertragenen Werte in Datenbereiche zwischengespeichert werden. Durch diese Technik können Automatisierungsgeräte oder Leitsysteme kontinuierlich auf die zwischengepufferten Daten schreibend und lesend zugreifen, ohne sich um das „Funkhandling“ kümmern zu müssen. Im GSM/LTE-Netz bauen die Außenstationen eine IP-Verbindung zum Funk-Server auf und sind ab dann online verbunden. Dabei werden die Daten ebenfalls in Datenbereiche der MDP-810 übergeben.
Funk-Basisstationen
Im Vorgängermodell MDP-310.200 waren Funk-Server und Funkgerät in einer einzigen Baugruppe verbaut, und Funk-Relais mussten mit den vorhandenen Funk-Außenstationen realisiert werden. Bei der MDP-810 hingegen wurde das Funkgerät als eigenständiges Gerät (Funk-Basisstation) ausgeführt, das per Ethernet mit der MDP verbunden wird. Damit können jetzt bis zu acht dieser Basisstationen per Ethernet-Verbindung abgesetzt betrieben werden, was eine wesentlich einfachere Funknetzplanung ermöglicht und die Verzögerung bei der Verwendung von Funk-Relaisstationen minimiert.
Redundante Funknetze
Mit zwei MDP-810 und zwei TRM-810 Basisstationen können redundante Funknetze aufgebaut werden. Dabei werden sowohl die Funk-Routen als auch die Basisstationen und die MDP-Baugruppen in das Redundanzkonzept einbezogen.
Clone-Funktion
Die MDP-810 ist kompatibel zur MDP-310.200 und kann diese mit allen Funktionen ersetzen. Mit der automatischen Clone-Funktion kann die MDP-810 über die serielle Schnittstelle alle Konfigurationsdaten aus der MDP-310.200 auslesen und ist somit innerhalb von wenigen Minuten betriebsbereit.
Integrierter Webserver und GSM/LTE-Modul
Die MDP-810 verfügt über einen integrierten Webserver, mit dem die Konfiguration und Programmierung der Baugruppe durchgeführt wird.
Zusätzlich hat die MDP-810 ein integriertes GSM/LTE-Modul, welches als Störmelder verwendet werden kann.
Extended Routing
Funk-Unterstationen können von der MDP-810 direkt oder über andere Stationen geroutet angesprochen werden, wobei bis zu 31 Zwischenstationen als Relaiskette genutzt werden können.
Integriertes Rangierfeld
Die in der MDP-810 abgelegten Daten der Außenstationen können mit bis zu 300 Verknüpfungen virtuell untereinander verdrahtet werden. Damit ist es möglich, Daten zwischen den einzelnen Stationen automatisch auszutauschen oder diese an den LIO (lokale Ein-/Ausgabe über PEM-Erweiterungsmodule) auszugeben. Durch die Ausgabe dieser Werte können parallel zum Leitsystem die Daten visualisiert, Überwachungsfunktionen realisiert oder Alarme ausgelöst werden.
Integrierter Protokoll-Logger
Ein integrierter Datenlogger zeichnet alle Unregelmäßigkeiten im Funkverkehr auf – etwa den Ausfall von Stationen oder das Absinken der Funkfeldstärke. Der integrierte Funk-Monitor ermöglicht das Verfolgen des kompletten Funkverkehrs, womit im Störungsfall Fehler einfacher lokalisiert werden können.
Schnittstellen und Protokolle
Die MDP-810 ist funktionskompatibel zur MDP-310.200 und kann somit als Austausch- oder Ersatzgerät verwendet werden. Dabei ist zu beachten, dass der AUX-Port nicht mehr verfügbar ist. Da dieser ausschließlich zum Programmieren und Konfigurieren verwendet wurde, sollte dies beim Austausch gegen die MDP-810 nicht zu Problemen führen.
Die MDP-Baugruppe wird mit einem Ethernet-(IP-)Port, einem COM-Port sowie einem Port für PEM-Erweiterungsmodule geliefert. Die COM-Schnittstelle ist standardmäßig als RS-232 ausgeführt. Darüber erfolgt der Zugriff auf die Daten der Funkanlage mit dem Modbus-RTU-Protokoll. Dabei kann als Schicht 1 das 3964R oder Timeout verwendet werden.
Bei neuen Funknetzen empfehlen wir, den Zugriff auf die Datenbausteine der Außenstationen über Ethernet und das Modbus/IP-Protokoll zu planen. Da viele SPSen am Markt (unter anderem S7/1200 und S7/1500) bereits einen Ethernet-Port an Bord haben und auch über das Modbus/IP-Protokoll verfügen, ist dies eine kostengünstige Lösung im Vergleich zu einem CP-Baustein.
OPC-Server
Für den Zugriff von windowsbasierten Programmen auf die Datenbausteine der MDP-810 steht ein OPC-Server zur Verfügung.
MDP-810 Zentrale mit TRM-810H Basisstation
- Funktion
- Funkserver für Zeitschlitzfunk, Dauerfunk und GSM/LTE
- Sendeleistung
- Einstellbar von 0,1 Watt bis 6,0 Watt
- Frequenzbereich
- 410 – 470 MHz
- Server-Funktion
- Selbsttätiges Handling von bis zu 64 Funk-Unterstationen vom Typ RTU-810/710, TRM-810/710, SS20F, SS20G und GMO-81, die jederzeit und unabhängig vom Zeitschlitz abgefragt werden können
- Schnittstellen
- RS-232 Ethernet Local Bus zum Anschluss von bis zu 16 I/O-Erweiterungsmodulen (binäre und analoge Ein-/Ausgänge)
- Protokolle
- MODBUS/IP MODBUS-RTU 3964R
- Besonderheiten
- Protokolllogger für bis zu 400 Ereignisse mit Zeitstempel Protokoll- und Funkmonitor über Ethernetschnittstelle auch während des Betriebes möglich Local Bus ermöglicht direkte Ein- und Ausgabe von Daten der Unterstationen als binäre und analoge I/O an der MDP-810 Ausgabe von Störmeldungen unabhängig vom Leitsystem über Erweiterungsmodule oder über den integrierten GSM-Störmelder Bis zu 300 Verknüpfungen erlauben virtuelle Software-Verdrahtung von Meldungen und Werten zwischen den einzelnen Stationen oder zur Ausgabe auf I/O-Module
- Feldstärkeanzeige
- LED-Balkenanzeige am Gerät Erfassung von Feldstärkeschwankungen über den integrierten Protokolllogger
- Funk-Relaisbetrieb
- Transparent über maximal 31 Stationen
- Funk-Basisstationen
- Bis zu acht Basisstationen vom Typ TRM-810H
- Betriebsspannung
- 12 – 24 Volt DC +/- 20 %
- Gehäuseart
- DIN-Schienenmontage 35 mm Alu-Strangguss-Profil mit aluminiumbeklebten Kunststoff-Seitenkappen
- Temperaturbereich
- -20 °C bis +70 °C